Dinge, die ich gerne vorher gewusst hätte....Davon gibt es eine Menge. Aus aktuellem Anlass (der erste KiTa-Winter für Jonas und uns!) starte ich mit dem Thema "krank sein". Ich weiß, ihr wisst, wovon ich spreche!
Wenn man ein Kind hat, ist man nicht mehr richtig krank bzw. man kann sich nicht mehr richtig auskurieren. Ich weiß nicht, was schlimmer ist: Wenn das Kind krank ist oder man selbst ist krank und das Kind ist schon wieder top fit. Egal wie, von Oktober bis April beginnt die heiße Phase der Infekte. Ob kurzes Intermezzo (natürlich nur für das Kind – die Eltern haben selbst meist länger etwas davon) oder wochenlang anhaltender Husten - es ist einfach anstrengend. Denn selbst wenn das Kind wieder gesund ist, heißt es nicht, dass es wieder in die Betreuung gehen kann. Denn auch dort unter den Beschäftigten greifen die Viren um sich und im schlimmsten Fall macht eine Einrichtung wegen Personalmangels ganz dicht oder es muss gelost werden, welches Kind kommen darf. Ich habe großen Respekt für alle Eltern, die jonglieren zwischen eigener Krankheit, Kind krank zu Hause, Arbeit, sich „Kindkrank“ melden, Betreuung organisieren und dann noch nebenher gesunden. Es heißt, die vielen Erkältungen und Viren seien wichtig für die Kinder, damit sich ihr Immunsystem aufbaut und sie für das spätere Leben gewappnet sind. Ich frage mich nur: WO IST DIESES IMMUNSYSTEM JETZT? Ich hatte das alles auch als Kind und was hat es mir gebracht? Ich nehme jeden Infekt meines Kindes mit. Weil geteiltes Leid halbes Leid ist? Das kann ich so nicht bestätigen. Denn ich leide doppelt: Zuerst weil ich mir Sorgen um Jonas mache und dann weil ich schon beim Anflug von Fieber darnieder liege – im Gegensatz zu Jonas, der teilweise bei 39 Grad noch umherspringt. Und die Erzählung, dass Kinder, wenn sie krank sind, mehr schlafen, kann ich auch nicht bestätigen. Vielmehr stellt ein auf den Kopf gestelltes Immunsystem auch den Schlafrhythmus auf den Kopf. Was ja auch eigentlich Sinn ergibt, da beides miteinander zusammenhängt. Jedenfalls ist Jonas „Schlafhygiene“ ziemlich unhygienisch bei Krankheit und führt zu nächtlichen Diskussionen, ob drei Uhr in der Nacht eine adäquate Aufstehzeit ist. Ach und der Mittagsschlaf, sollte er noch gemacht werden, wird auch übersprungen. Auch wenn ich Jonas vorhalte, dass er doch laut all den Büchern ein vermehrtes Schlafbedürfnis haben sollte. Dafür gibt es viel Kuschelzeit und auch wenn ich auf dem Zahnfleisch gehe und mich während der Infektwelle frage: „Wie soll ich das schaffen?“, bin ich doch so dankbar, dass ich bei ihm sein kann, wenn es ihm schlecht geht. Und wir haben Glück. Bis auf den Start ins Leben, den Jonas auf der Intensivstation verbrachte, weil sein Blutzuckerspiegel nicht stabil war, hat er keine chronischen Erkrankungen oder gar eine OP benötigt. Ich weiß, dass es auch anders aussehen kann. Dass Gesundheit das einzige ist, was man seinem Kind wünscht und dessen Verteilung so willkürlich und ungerecht wirkt. Dass man alles auf sich selbst nehmen würde, es abnehmen würde, wenn es doch nur ginge. Keine Mama möchte ihr Kind leiden sehen. Und ja, Schmerz, Angst und Trauer gehören zum Leben dazu. Aber das sollten Kinder doch lieber am Beispiel eines verlorenen Kuscheltieres lernen als an ihrer Gesundheit. Manchmal ist das Leben nicht fair. Ziemlich oft sogar. Und es gehört zur Wahrheit dazu, dass man als Mama manchmal nur tatenlos dabeistehen kann, da sein kann, aber nicht alle Wunden heilen kann.
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