Postpartum

Ich sitze abends im Bett, Jonas kränkelnd neben mir und seine kleine Schwester auf meinem Schoß, und lasse die Tränen im halbdunklen Zimmer laufen. Wir sitzen hier schon über eine Stunde, Einschlafbegleitung in guten wie in schlechten Zeiten. Jonas hat Mittagsschlaf gemacht, das Fieber macht müde. Nun ist das Fieber fast weg und „jemand“ spielt flüsternd mit seinen Händen und dreht sich hin und her. Auf dem Bett liegt die Trage, aus der unsere kleine Maus dann doch raus wollte. Nun wird sie alle zehn Minuten halb wach und ist nicht so ganz zufrieden. (Zu ihrer Verteidigung – sie wurde auch schon mit Muttermilch druckbetankt und vollgespritzt.)

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Der Umzug

Ich sitze im Bett, besser gesagt auf der Matratze auf dem Boden im Schlafzimmer – das Bett ist schon abgebaut -, und halte Jonas im Arm. Er hustet. Im Halbschlaf verlangt er nach Wasser, versucht weiterzuschlafen. Der Hustenanfall ist noch nicht vorüber. Es ist 23:30 Uhr.

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Mein kurzer Ausflug auf Insta

Ich bin die Mutter von Jonas und momentan im siebten Monat schwanger mit unserer kleinen Maus. Und ich bin nicht berufstätig. Ich war berufstätig. Vor Jonas Geburt. Meine letzte Stelle war eine befristete Elternzeitvertretung. Und ganz ehrlich – ich war so froh, dass ich mir nicht Gedanken machen musste, ob ich nach einem Jahr wieder zur Arbeit gehe, weil die Kollegen vielleicht warten. Außerdem war es eine Sache weniger, um die wir uns Gedanken machen mussten im Rahmen des Umzugs nach Göttingen. Es war einfach klar, dass ich mir dann zu gegebener Zeit eine neue Stelle hier in Göttingen suchen werde. Zu gegebener Zeit. Einfach eine neue Stelle. Naja.

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Schlaflos in Göttingen

Ich brauche kein Kind, um nachts wach zu liegen und mich hin- und herzuwälzen ohne in den Schlaf zu finden. Das konnte ich auch schon vor Jonas. Allerdings hat sich das mit Kind doch erheblich potenziert!

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Und es hat "peng" gemacht

Dieser Tage ist „peng“ ein beflügeltes Wort in unserem Haushalt. Letzte Woche stand Micha bedröppelt in der Zimmertür und meinte nur: „Ich glaube unser Fernseher ist kaputt. Er hat auf einmal „peng“ gemacht.“ Lustigerweise gerade zu dem Zeitpunkt als er sich etwas über den Lego-Sternenzerstörer angeguckt hat…

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Alles anders

Es kommt zu mir. Geburt. Dieses Mal will ich alles anders machen. Nicht monatelanges vorbereiten mit Meditationen, vielen Geburtsberichten, Büchern und Podcasts, die erklären, welche Öle hilfreich sind oder wie man seinen Damm massiert. Mein erster Vorbereitungskurs ist auch noch nicht lange her. Keine Zeit und keinen Nerv für einen zweiten Kurs. Dieses Mal mache ich alles anders, sage ich mir.

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Das Chaos im Außen und im Innen

Vor ein paar Tagen konnte ich nicht einschlafen. Erst gegen 2:30 Uhr morgens fand ich in den Schlaf. Zu diesem Zeitpunkt spukten in meinem Kopf irgendwelche Kinderlieder umher und ich versuchte mich krampfhaft an Nachnamen von Menschen zu erinnern, die ich das letzte Mal vor 10 Jahren gesehen hatte. Mit anderen Worten: Mein Kopf und Körper kamen nicht zur Ruhe und es ratterte und ratterte immer weiter.

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Laufräder laufen lassen

Ich schaue aus dem Küchenfenster und kann die T-Kreuzung Zeppelinstraße/Stegemühlenweg sehen. Eine junge Frau mit weißem T-Shirt, braunen Haaren zum Zopf und Umhängetasche schleicht über die Straße. Im ersten Moment denke ich, oh man, ist es wirklich so warm draußen? Schließlich muss ich auch gleich los, Jonas von der KiTa abholen. Wettervorhersage: Über 30 Grad. Ich schaue genauer hin. Die Frau trägt ein Laufrad. Und noch langsamer hinter ihr folgt ein Kind. Es scheint in Jonas Alter zu sein. Ich muss laut auflachen.

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SSW 12+0

Es ist eine imaginäre Grenze und doch, wenn eine werdende Mutter sie überschreitet, dann wird durchgeatmet. Denn nun sinkt das Risiko einer Fehlgeburt. Schwangerschaftswoche 12+0. Drei Monate hat sich der Zellhaufen zu Embryo und Fötus entwickelt. Ein Drittel der Schwangerschaft ist rum. Wenn alles gut geht. Denn leider ist es kein Selbstläufer. Schwanger werden, schwanger bleiben und am Ende ein gesundes Baby im Arm zu halten.

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Stille und laute Stimmen über das Stillen

Ich sitze im Wartezimmer meiner Frauenärztin in Hannover. Durch die Glastür kann ich den Flur zu den Behandlungsräumen und der Anmeldung sehen. Als Farbnuancen hat sich das Praxisteam für ein sattes Grün mit ein paar Akzenten in Pink entschieden. Es gibt eine Garderobe, einen kleinen Tisch mit Gläsern und Wasserflaschen, die obligatorischen Zeitschriften, eine Spielzeugkiste und eine Pinnwand. Von dort aus lächelt mich eine halbnackte Frau inmitten eines hüfthoch bewachsenen Feldes an. Sie ist vielleicht Ende 20, offenes Haar, leicht gesenkter Blick nach unten, tief entspanntes Lächeln. „Stillen ist das natürlichste der Welt“ prangert auf dem Plakat. Ich könnte kotzen. Damit meine ich natürlich, ich merke, wie die Wut in mir hochsteigt.

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