Sternenkinder

Ich poste es unter „Aus dem Alltag“. Nur dass es nicht in unserem Alltag ist. Oder doch. Nur still und leise. Hinter versteinerter Miene oder roten Augen, die ein Überbleibsel der Tränen sind, die geflossen sind. Denn irgendwann fließen keine Tränen mehr. Irgendwann sind da keine mehr. Und das Loch in der Brust schmerzt aber nach wie vor und es heilt wohl nie ganz. Denn wenn ein Leben, ein so frühes Leben, genommen wird, dann gibt es keine Erklärung, kein warum. Dann ist da einfach Schmerz und Trauer. Das habe ich mir sagen lassen.

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Ich sage schlimme Dinge

Ich sage schlimme Dinge, wenn ich nachts von meinem Kind geweckt und wachgehalten werde. „Das ist doch zum Kotzen.“ „Mama muss wegen dir aufstehen.“ „Dann musst du eben alleine oder mit Papa schlafen.“

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Diese Tage

Das sind die Tage, an die sie sich nicht mehr erinnern werden. Und aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sie auch für mich verblassen werden.

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Nachts um halb drei

Alle schlafen. Alle? Nein, in einem Schlafzimmer regt sich Leben. Stunden vor der Aufstehzeit. Und es ist nicht das Baby. Also das ist auch zwischendurch mal wach; eher halbwach. Sie trinkt kurz und rammelt sich dann an meiner Seite oder auf meinem Bauch wieder in den Schlaf. Mein Dreineinhalb-Jähriger hingegen ist wach, hellwach. Mal wieder. Wie damals als er fast ein dreiviertel Jahr jede Nacht zwei Stunden wach war. Einfach so. Weil er es konnte. Und er kann es immer noch.

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Postpartum

Ich sitze abends im Bett, Jonas kränkelnd neben mir und seine kleine Schwester auf meinem Schoß, und lasse die Tränen im halbdunklen Zimmer laufen. Wir sitzen hier schon über eine Stunde, Einschlafbegleitung in guten wie in schlechten Zeiten. Jonas hat Mittagsschlaf gemacht, das Fieber macht müde. Nun ist das Fieber fast weg und „jemand“ spielt flüsternd mit seinen Händen und dreht sich hin und her. Auf dem Bett liegt die Trage, aus der unsere kleine Maus dann doch raus wollte. Nun wird sie alle zehn Minuten halb wach und ist nicht so ganz zufrieden. (Zu ihrer Verteidigung – sie wurde auch schon mit Muttermilch druckbetankt und vollgespritzt.)

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Der Umzug

Ich sitze im Bett, besser gesagt auf der Matratze auf dem Boden im Schlafzimmer – das Bett ist schon abgebaut -, und halte Jonas im Arm. Er hustet. Im Halbschlaf verlangt er nach Wasser, versucht weiterzuschlafen. Der Hustenanfall ist noch nicht vorüber. Es ist 23:30 Uhr.

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Mein kurzer Ausflug auf Insta

Ich bin die Mutter von Jonas und momentan im siebten Monat schwanger mit unserer kleinen Maus. Und ich bin nicht berufstätig. Ich war berufstätig. Vor Jonas Geburt. Meine letzte Stelle war eine befristete Elternzeitvertretung. Und ganz ehrlich – ich war so froh, dass ich mir nicht Gedanken machen musste, ob ich nach einem Jahr wieder zur Arbeit gehe, weil die Kollegen vielleicht warten. Außerdem war es eine Sache weniger, um die wir uns Gedanken machen mussten im Rahmen des Umzugs nach Göttingen. Es war einfach klar, dass ich mir dann zu gegebener Zeit eine neue Stelle hier in Göttingen suchen werde. Zu gegebener Zeit. Einfach eine neue Stelle. Naja.

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Schlaflos in Göttingen

Ich brauche kein Kind, um nachts wach zu liegen und mich hin- und herzuwälzen ohne in den Schlaf zu finden. Das konnte ich auch schon vor Jonas. Allerdings hat sich das mit Kind doch erheblich potenziert!

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Und es hat "peng" gemacht

Dieser Tage ist „peng“ ein beflügeltes Wort in unserem Haushalt. Letzte Woche stand Micha bedröppelt in der Zimmertür und meinte nur: „Ich glaube unser Fernseher ist kaputt. Er hat auf einmal „peng“ gemacht.“ Lustigerweise gerade zu dem Zeitpunkt als er sich etwas über den Lego-Sternenzerstörer angeguckt hat…

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Alles anders

Es kommt zu mir. Geburt. Dieses Mal will ich alles anders machen. Nicht monatelanges vorbereiten mit Meditationen, vielen Geburtsberichten, Büchern und Podcasts, die erklären, welche Öle hilfreich sind oder wie man seinen Damm massiert. Mein erster Vorbereitungskurs ist auch noch nicht lange her. Keine Zeit und keinen Nerv für einen zweiten Kurs. Dieses Mal mache ich alles anders, sage ich mir.

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