Ich schäme mich. Das ist nicht ungewöhnlich, denn Scham ist eine grundlegende Emotion, die jeder Mensch kennt. Und Scham ist eine starke Emotion. Sie ist, evolutionär gesehen, nützlich, damit wir uns in einer Gruppe zu einem gewissen Maß anpassen und dadurch als Gruppe bestehen und überleben können. Allerdings kann sie auch sehr destruktiv sein. Denn andere beschämen, sich beschämt fühlen – das grenzt ab und es grenzt aus. Scham erzählt uns, dass wir die einzigen sind, die „das nicht können/nicht richtig aussehen/die falsche Kleidung anhaben/nichts auf die Reihe bekommen/immer noch nicht wissen, wie etwas geht/Hilfe brauchen/…“. Scham isoliert und macht einsam. In unserem Kopf und in unserem Körper. Und gegebenenfalls auch im sozialen Kontext, wenn Scham als Mittel für Erziehung oder Zurechtweisung oder einfach als Machtdemonstration gebraucht wird.
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