Ich weine wieder mehr

Ich weiß nicht, ob ich am Anfang stehe oder schon mittendrin bin. Ich spüre nur, es verändert sich; ich verändere mich. Alle sagen, die ersten drei Monate seien die schwersten. Als wenn dann eine magische Linie überschritten wird und sich dann alles fügt.

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Scham

Ich schäme mich. Das ist nicht ungewöhnlich, denn Scham ist eine grundlegende Emotion, die jeder Mensch kennt. Und Scham ist eine starke Emotion. Sie ist, evolutionär gesehen, nützlich, damit wir uns in einer Gruppe zu einem gewissen Maß anpassen und dadurch als Gruppe bestehen und überleben können. Allerdings kann sie auch sehr destruktiv sein. Denn andere beschämen, sich beschämt fühlen – das grenzt ab und es grenzt aus. Scham erzählt uns, dass wir die einzigen sind, die „das nicht können/nicht richtig aussehen/die falsche Kleidung anhaben/nichts auf die Reihe bekommen/immer noch nicht wissen, wie etwas geht/Hilfe brauchen/…“. Scham isoliert und macht einsam. In unserem Kopf und in unserem Körper. Und gegebenenfalls auch im sozialen Kontext, wenn Scham als Mittel für Erziehung oder Zurechtweisung oder einfach als Machtdemonstration gebraucht wird.

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Im Vergleich

Es ist leichter und doch ernüchternd. Denn im Vergleich kann ich nicht mithalten. Und ich meine noch nicht einmal die (scheinbar) picture-perfect Mütter und Familien auf Instagram oder anderen Social Media Plattformen – denn ich bin nämlich so alt und einfach auch immer zu spät dran mit Trends, so dass ich nur einen Facebook-Account besitze und da postet niemand mehr etwas.

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Die Goldene

Du kamst mit einem Schrei auf die Welt (und scheinbar auch mit einem gesunden Darm laut Aussage des OP-Teams). Du wurdest von liebevollen Händen empfangen, in warme Decken gewickelt und zu mir an den Kopf gelegt. Da liefen schon längst die Tränen über meine Wangen. Es ist jetzt tatsächlich soweit. Wir lernen dich kennen.

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Ich habe es (nicht) geschafft

„Ich habe es nicht geschafft, einkaufen zu gehen. Dabei ist es doch kein großer Umweg. Ich konnte nur ganz langsam gehen, weil mein Rücken so weh tat und alles so nach unten gedrückt hat.“ Es ist kurz nach halb 10 Uhr, ich sitze auf der Bank im Flur, noch halb angezogen, gegen Michas Bauch gelehnt und weine.

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Der frühe Vogel

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Ja, das CTG hat ein paar Wehen aufgezeichnet. Aber das kenne ich schon aus den letzten Wochen. Sie sind nicht schmerzhaft. Eben Übungswehen. Die Gebärmutter probt und ich merke es normalerweise abends. Vor allem wenn ich den Tag über meinen Körper zu sehr beansprucht habe.

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Und wieder grüßt das Murmeltier

Es passiert wieder häufiger. Ich finde mich in Situationen wieder, in denen ich „alle anderen“ verfluche, weil ich mich ja „doch nur auf mich verlassen kann“ und mich gleichzeitig allein gelassen, nicht gesehen und klein fühle.

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Neulich im Café

Ich war mal genauso wie sie. Überzeugt davon, dass meine Aufsätze, meine Arbeit und Ideen wichtig sind. Dass ich am Puls der Zeit bin; etwas bewegen kann. Dass es wichtig ist. Dass ich und mein Beitrag wichtig sind. Das Gefühl, die Welt steht mir offen und ich habe die Möglichkeit mitzugestalten. Auf ganz großer Bühne. Andere, neue Wege als meine Eltern gehen. Das beschauliche Göttingen hinter mir lassen und doch als Anlaufpunkt zu haben.

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Verantwortung

Die Anspannung fiel ab am Tag als wir wieder nach Hause kamen. Jonas war bei Oma und Opa und spielte schon freudig mit seinem Cousin. Ich packte die Kliniktasche aus und es kamen die Tränen. Auf einmal schüttelte es mich und ich ließ sie einfach laufen.

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Eltern sein

Mama sein, Eltern sein, ist wunderschön und manchmal unendlich schwer. Es ist eine Achterbahn der Gefühle. Tagtäglich. Und dieses Gefühl von bitter-sweet begleitet dich die ganze Zeit. Eltern sein bedeutet loslassen.

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Der Kern

Ich erfahre Trennung in Bindung. Ich erfahre die größte Angst vor Trennung in der engsten Bindung.

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