Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Ja, das CTG hat ein paar Wehen aufgezeichnet. Aber das kenne ich schon aus den letzten Wochen. Sie sind nicht schmerzhaft. Eben Übungswehen. Die Gebärmutter probt und ich merke es normalerweise abends. Vor allem wenn ich den Tag über meinen Körper zu sehr beansprucht habe.
Nun ist es am Vormittag und zwei Arzthelferinnen sind ganz überrascht über die Regelmäßigkeit der Wehen in der 34. Schwangerschaftswoche. Die Ärztin will gleich mal „nachgucken“, sprich gucken, ob diese Übungswehen tatsächlich schon Auswirkungen auf den Muttermund haben. Haben sie nicht. Ich sage es ja, ich verstehe die ganze Aufregung nicht.
Erst als ich zu Hause bin und versuche mich kurz hinzulegen, bevor ich wieder losmuss, um Jonas abzuholen, merke ich, dass mich das doch beschäftigt. Denn auf einmal steht im Raum, dass es auch Anzeichen für vorzeitige Wehen sein könnten. Eine Frühgeburt? Das hatte ich so gar nicht auf dem Schirm. Ja, vielleicht vor dem ET, aber doch nicht so früh. Dafür gab es doch keine Anzeichen und es passt auch überhaupt nicht in meine Planung. Und nun soll ich darauf achten und ggf. zwischendurch zur Kontrolle kommen. Und plötzlich wird es nochmal realer als es nicht eh schon wird im letzten Trimester der Schwangerschaft. Was wenn die kleine Maus sich nun doch schon auf den Weg macht? Was wenn sie an Weihnachten kommen will? Sie wäre definitiv zu früh und das würde erstmal Säuglingsstation bedeuten. Was wäre wenn… Ja, so ist das mit Schwangerschaft und Geburt. Es kommt eh, wie es kommt. Dabei hatte ich doch einen Plan! Und an dem halte ich auch erstmal fest. Denn in dieser Zeit der Ungewissheit ist es gut, sich an etwas zu orientieren. Ungewiss, weil sich von heute auf morgen alles ändern kann; weil Körper und Baby eigene Pläne haben; weil auch die Geburt nach wie vor ein Risiko für die Gebärende – und auch das Kind – ist; weil man eben nicht genau weiß, was auf einen zukommt – selbst wenn es das zweite oder dritte Mal ist.
Zu den Sorgen und Zweifeln à la „was haben wir uns dabei gedacht?“ und „wie sollen wir das schaffen?“, die in den letzten paar Wochen zugenommen haben je näher der ET rückt, kommt jetzt auch Angst. Aber wovor? Dass es noch schneller gehen könnte als gedacht? Dass meine schöne Idee, wie die Geburt dieses Mal verlaufen wird, wieder einmal nicht umzusetzen ist? Dass wir tatsächlich ein Baby bekommen? Mir ist schon klar, dass ich seit einigen Monaten schwanger bin und die Kleine macht sich schon lange deutlich bemerkbar und ist überall dabei. Und sie ist ein absolutes Wunschkind! Und wie habe ich mich gefreut über den positiven Schwangerschaftstest! Und wie viele Monate habe ich darauf gehofft! Und wie wehmütig war ich schon zwischendurch, dass dies meine letzte Schwangerschaft sein wird!
Und wie ich jetzt kalte Füße bekomme, wo die letzten Wochen anbrechen! Je realer es wird, desto surrealer wird es. Wir bekommen noch ein Baby! Unglaublich… Auch wenn wir es schon länger wissen und ja auch schon eine Idee haben, was das bedeuten kann. Und trotzdem…unglaublich. Die kleine Maus hat nur noch ein paar Wochen in meinem Bauch. Aber die soll sie ruhig noch auskosten. Und wir verbringen noch die letzten Wochen zu Dritt.
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